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Arbeitsrecht: Trotz voller Entgeltfortzahlung kann der Netto-Betrag sinken

05.08.2015

Arbeitsunfähig kranke Mitarbeiter erhalten nach sechs Wochen (42 Kalendertage) statt des normalen Arbeitsentgelts ein Krankengeld von ihrer Krankenkasse (sofern der Arbeitgeber eine Krankmeldung erhalten hat).

Während der Entgeltfortzahlung bleibt der Mitarbeiter versicherungspflichtig beschäftigt. Das fortgezahlte Entgelt gilt als Arbeitsentgelt. Bis zur Beitragsbemessungsgrenze erfolgt die Beitragsberechnung. Lohnsteuer fällt ebenfalls darauf an.

Nach dem Verdienstausfallprinzip erhält der kranke Mitarbeiter das Arbeitsentgelt weiter, das ihm unter „normalen“ Umständen für seine Tätigkeit hätte gezahlt werden müssen. Wenn die individuelle Arbeitszeit nicht kontinulierlich hoch ist, wird ein Durchschnitt der lezten zwölf Monate ermittelt.

Bei der Berechnung der Entgeltfortzahlung bleiben Einmalzahlungen unberücksichtigt. Sie werden auch während der Arbeitsunfähigkeit ausgezahlt. Sollte festgelegt sein, dass Sonderzahlungen – beispielsweise Gratifikation – für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit reduziert werden, dürfen 25 Prozent des Arbeitsentgelts pro Tag der Arbeitsunfähigkeit nicht überschritten werden.

Bei regelmäßiger Arbeit an Sonn- und / oder Feiertagen oder nachts sind diese auch bei Arbeitsunfähigkeit zu zahlen. Beitragsfreiheit besteht aber nur, wenn für die Zuschläge tatsächlich eine Arbeitsleistung erbracht wurde.

Weil die Zuschläge also während der Arbeitsunfähigkeit steuer- und beitragspflichtig sind, sinkt das Nettoentgelt des Beschäftigten für die Krankheitszeit. Es besteht aber kein Anspruch darauf, diese Differenz auszugleichen.

BAG, Urteil vom 31. Mai 1978, Az. 5 AZR 16/77